Alderleyedge online
PTA-Forum AlderleyedgePharmastellen AlderleyedgeMarkt AlderleyedgeAkademie DAC/NRF
AMK
AlderleyedgeMarkt
PTA-Forum
Weitere Angebote der PZ

Menopause: Studienneubewertung spricht für Hormontherapie

Datenschutz bei der PZ

Wenn Frauen während der Wechseljahre unter starken Beschwerden leiden, sollten sie viel häufiger eine individuell abgestimmte Hormonersatztherapie (HRT) erhalten. Dafür hat sich jetzt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) ausgesprochen. Denn die Ergebnisse der 2002 publizierten Studie Women’s Health Initiative (WHI) seien jahrelang falsch interpretiert worden. Die Verordnung von Hormonen ging daraufhin um 80 Prozent zurück. «Dafür schnellte der Verbrauch von Antidepressiva, Schlafmitteln sowie einer Fülle nicht zugelassener alternativer Substanzen in die Höhe», kritisiert Dr. Cornelia Jaursch-Hancke, leitende Ärztin des Fachbereichs Endokrinologie/Diabetologie an der DKD Helios Klinik Wiesbaden. «Anstatt die Ursache, also den Estrogen-Mangel, auszugleichen, bleibt die Behandlung auf der Symptomebene.» Millionen von Frauen sei eine sinnvolle und höchst effektive Behandlung von menopausalen Beschwerden vorenthalten worden.

Wie kam es dazu? An der WHI-Studie hatten in 1990er-Jahren rund 16.000 Frauen teilgenommen. Die eine Hälfte erhielt eine HRT, die andere nicht. Nach fünf Jahren wurde die Studie abgebrochen, da unter HRT mehr Thrombosen, Schlaganfällen, Herzinfarkten und auch Brustkrebs-Fälle beobachtet worden waren. «Nicht bedacht wurde bei der Interpretation der Daten, dass das Durchschnittsalter der Frauen in dieser Studie mit 63 Jahren sehr viel höher lag, als bei Frauen im üblichen menopausalen Alter, also um die 50», betont Jaursch-Hancke. «Zudem waren die Teilnehmerinnen im Durchschnitt fettleibig und hatten Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und erhöhten Blutdruck: Sie waren nicht gesund.»

Neuere Studiendaten aus Dänemark und eine Reevaluation der jüngeren Frauen der WHI-Studie im Alter von 50 bis 60 Jahren zeigten nun, dass eine frühe Hormontherapie in der Menopause die Symptome nicht nur effektiv behandelt, sondern sich sogar günstig auf das Herz-Kreislauf-System und die Todesrate auswirkt, teilt die DGE mit. Unter alleiniger Estrogen-Therapie, wie sie bei Frauen ohne Gebärmutter empfohlen wird, sinkt sogar das Brustkrebsrisiko.

Sollten nun alle Frauen in den Wechseljahren wieder Hormone einnehmen? Soweit wollen die Endokrinologen nicht gehen. Eine HRT komme vor allem für die 20 bis 30 Prozent der Frauen infrage, deren Tagesablauf stark durch Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Depressionen, wiederkehrende Harnwegsinfekte, Muskel- und Gelenkschmerzen und eine insgesamt nachlassende Leistungsfähigkeit beeinträchtigt wird.

Risiken der HRT sollten jedoch nicht ignoriert werden, warnt Professor Dr. Sven Diederich, Vizepräsident der DGE. So sei das Thrombose-Risiko leicht erhöht. Nebenwirkungen ließen sich durch eine geeignete Applikationsform, zum Beispiel über die Haut, minimieren. Auch über Dosis und Dauer der Therapie sollten Arzt und Patientin sprechen. «Fünf Jahre Hormontherapie ist mit Blick auf mögliche Risiken die richtige Zeitspanne», so Diederich. Dann müsse die Dosis ausgeschlichen werden, sonst seien die unangenehmen Beschwerden gleich wieder da. «Was dann zu einer dauerhaften Fortführung motivieren kann, was wir aber aufgrund der negativeren Datenlage bei längerer Therapie und über 60-jährigen Frauen vermeiden sollten», erklärt der Endokrinologe. (dh)

Lesen Sie dazu auch

Starke Wechseljahresbeschwerden: Keine Hormone sind auch keine Lösung, PZ 11/2017

 

24.08.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Rido

biceps-ua.com

antibioticlistinfo.com

https://topobzor.info